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Das Backhaus


Mit dem Bau des Backhauses konnte der Mühlenkomplex um eine weitere Attraktion bereichert werden.

Am 8.11.1997 wurde das Fundament in Eigenleistung hergestellt.  Danach wurde das Fachwerkhaus errichtet und beidseitig eine Remise als Wetterschutz und Unterstellmöglichkeit vorgelagert.

Im April 1998 wurde der Backofen inclusive Esse nach historischem Vorbild gemauert. 
300 Schamottsteine und 25 Bäckerplatten für den Backofenboden sind hierfür vom Ofenbauer Burkhard Kleiner aus Diepenau verarbeitet worden.

Am 19.8.1998 erfolgte die Verlegung des Fußbodens. Im November 1998 war das Gebäude dann weitgehend fertiggestellt.

Mit dem Probebacken am 1.2.1999 wurden zunächst das notwendige Wissen angeeignet und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Am 21.02.1999 konnten die ersten selbstgebackenen Brote ausgehändigt werden.

Die offizielle Einweihung des Backhauses, die mit einem Gottesdienst verbunden wurde, erfolgte am Sonntag, den 11.4.1999.

 

Das Backen

Durch das Backen im Steinbackofen eröffneten sich neue Möglichkeiten, den Besuchern ein weiteres altehrwürdiges Handwerk näher zu bringen. Traditionell wie zu Müllers Zeiten bereitet unser „Mühlen-Bäcker" Rolf Schortemeyer  an vier Backtagen im Jahr (siehe Termine) die Mühlenbrote (Sauerteigbrote) zu,  die nach alten Rezepten in dem mit Buchenholz befeuerten originalen Steinbackofen gebacken werden.

Doch vor dem Genuss des aromatisch duftenden Brotes ist zunächst schweißtreibende Arbeit notwendig. Das Anfeuern des Steinbackofens beginnt bereits am Vortag.  Um Ãœberhitzungsschäden zu vermeiden, wird der Ofen langsam auf die richtige Temperatur gebracht.   Als Heizmaterial wird ca. 2 Jahre gut abgelagertes gespaltenes Buchenholz verwendet.

Beheizt wird der Backofen von hinten nach vorn, das heißt, die Holzscheite werden im vorderen Raum angezündet und dann nach hinten geschoben. Nach und nach werden die Holzscheite nun auf das Feuer geschichtet. Mit einem Schieber wird die Glut auf der waagerechten Steinfläche gleichmäßig bis in den vorderen Bereich verteilt. Damit das Feuer bis zum nächsten Morgen anhält, muss der Vorgang einige Male wiederholt werden. Drei Stunden vor dem Backen wird der Ofen noch einmal kräftig aufgeheizt. Wenn eine Temperatur von ca. 300° Celsius erreicht ist und die Innenwände des Backofens hell geworden sind, der Ruß also verbrannt ist, wird die restliche Glut mit einem Schieber in eine vor der Öffnung stehende Wanne aufgefangen und die Restasche vom Ofenboden entfernt.

Nun beginnt das Backen.  Mit dem Holzschieber werden die vorbereiteten Brotteige in den Ofen geschoben und die Ofenklappe dann geschlossen.
60 Brote können in einem einzigen Backvorgang gebacken werden. Der eigentliche Backvorgang dauert ca. 50 bis 60 Minuten. Dabei strahlen die Wände die gespeicherte Wärme auf das Backgut ab. Während des Backens bereitet der Bäcker schon den nächsten Brotteig vor. Das fertige Brot wird dann mit dem Holzschieber aus dem Ofen geholt. Bei dem Backvorgang hat sich der Steinbackofen auf ca. 160° Celsius abgekühlt und muss nun wieder erneut aufgeheizt und auf Temperatur gebracht werden.  Der Zeitaufwand hierfür beträgt ca. 45 bis 60 Minuten.

Durch diese langwierigen Prozeduren können daher an einem Tag höchstens 4 Backvorgänge durchgeführt werden. In einem Jahr werden ca. 1,5 bis 2 Raummeter Buchenholz benötigt.

Es gehört schon viel Idealismus von den beteiligten Personen dazu, immer wieder die Strahlungswärme und den Qualm zu ertragen - besonders in der Sommerzeit.  Herzlichen Dank an Bäckermeister Rolf Schortemeyer und unseren beiden ehrenamtlichen "Bäckergehilfen" Dieter Franz Gäbel und Karlheinz Rühmann.

 

Wer einmal ein im Steinbackofen gebackenes Brot gegessen hat, wird den besonderen Geschmack so schnell nicht vergessen. Die zunehmende Begehrtheit bei den Besuchern ist der beste Beweis! 

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